Bibliotheksleitertag 2005

Am 18. Oktober 2005, direkt vor der Frankfurter Buchmesse, veranstaltete BOND den 1. Deutschen Bibliotheksleitertag in Frankfurt. Die Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Erfolgreiches Bibliotheksmanagement in schwierigen Zeiten" war bereits lange Zeit im Voraus restlos ausgebucht!

Mehr als 120 Teilnehmer verfolgten die interessanten Vorträge namhafter Persönlichkeiten aus dem Bibliothekswesen. Die spannenden Fach- und Erfahrungsberichte waren gespickt mit frischen Ideen, außergewöhnlichen Denkanstößen und wertvollen Tipps für die eigene Bibliotheksarbeit. In Diskussionsrunden hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihre Meinungen und Anliegen einzubringen. Selbstverständlich wurde die Veranstaltung auch rege zum Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bibliotheken genutzt. Frau Susanne Riedel, die Vorsitzende des Berufsverbandes Information Bibliothek e.V., führte als Moderatorin gekonnt und charmant durch das Programm.

Moderation: Susanne Riedel, Vorsitzende des Berufsverbandes Information Bibliothek e.V.

Hier eine Auswahl des schriftlichen Feedbacks der Teilnehmer zur Veranstaltung:

"So eine Initiative hat schon lange gefehlt!"
"Vorträge und Referenten waren alle hochkarätig - klasse!"
"Es war eine abwechslungsreiche Veranstaltung in freundlicher
Atmosphäre mit guter Moderation."
"Guter Zeitpunkt: Verbindung mit Frankfurter Buchmesse"
"Gute Organisation, ausgefüllter Fortbildungstag"
"Kompliment für den Bibliotheksleitertag! Damit hat BOND
ein Zeichen gesetzt, einen Pflock eingeschlagen."

Das durchweg positive Feedback der Teilnehmer überzeugte BOND, auch im nächsten Jahr wieder diese Veranstaltung durchzuführen. Der Zweite Deutsche Bibliotheksleitertag wird am 4.10.2006 stattfinden.

Vorträge

Bestands- und Erwerbungsmanagement

Herr Prof. Dr. Umlauf der Humboldt-Universität Berlin erläuterte, wie man mithilfe von Kennziffern bestandspolitische Ziele formulieren und den Grad der Zielerreichung überprüfen kann.

EDV-Systeme erlauben heute, eine Vielzahl von Kennziffern zum Bestand, zur Bestandsstruktur und Bestandsnutzung zu ermitteln. Dabei tauchten Fragen auf, wie z.B.Was genau sagen die Kennziffern aus? Welche Kennziffern werden wirklich gebraucht? Welche Kennziffern sollte man regelmäßig, welche gelegentlich ermitteln?

Gerade in Zeiten knapper Kassen kommt es darauf an, ein klares Profil zu formulieren und den Bestandsaufbau daran auszurichten. Welche Rolle spielen Kennziffern in diesem Prozess?

Bibliotheksmodell Helsinki - Veränderung ist ein Zustand

Frau Berndtson der Stadtbibliothek Helsinki informierte in ihrem Bericht über die Entwicklungsarbeit die in der Stadtbibliothek in Helsinki geleistet wurde und wie sie Visionen verwirklicht. Sie zeigte dieses an Beispielen einer Vision aus dem Jahr 2000 und der Vision aus 2005. Wo sind die Unterschiede und was wurde warum geändert.
Fr. Berndtson zeigte wie wichtig der Mix aus Veränderungen, Weiterentwicklung aber auch Kontinuität und Beständigkeit für die erfolgreiche Bibliotheksarbeit ist.

Alternative Finanzierung von Öffentlichen Bibliotheken

Ein Praxisbericht aus der Stadtbibliothek Köln.

Dr. Horst Neißer der Stadtbibliohtek Köln infomierte in seinem Vortrag darüber, dass die Stadtbibliothek seit Jahren verschiedene Modelle einer ergänzenden Finanzierung über Sponsoring, Fundraising, Fördervereine, Werbung u.ä. ausprobiert. Dabei wurden sowohl die Möglichkeiten, als auch die Grenzen dieser gerade von Politikern immer wieder geforderten "Geldbeschaffung" deutlich.
In dem Vortrag wurde dargestellt, welche Regeln beachtet und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen. Mit welchen Größenordnungen an Einnahmen ist tatsächlich zu rechnen? Auf welche Schwierigkeiten und Probleme muss man sich vorbereiten? Welche positiven Nebeneffekte treten bei derartigen Aktionen auf?

Ein Thema, mit dem sich wohl jede Öffentliche Bibliothek irgendwann auseinandersetzen muss.

Neue Chancen durch freieres Handeln

Herr Klaus-Peter Böttger von der Stadtbibliothek Mülheim leitete seinen Vortrag ein indem er sagte, dass die Euphorie der Neuen Steuerung vielerorts nachgelassen hat. Dennoch sind alternative, von der Form des Regiebetriebs abweichende Rechts- und Betriebsformen entwickelt und finden Verbreitung.

In unterschiedlicher Präsent hat sich eine Bandbreite entwickelt, mit denen Bibliotheken konfrontiert sind.
In dem Vortrag sollte die Bandbreite der öffentlich-rechtlichen Formen dargestellt und gegen privat-rechtliche abgegrenzt werden. Besonders die Chancen und Risiken wurden offen angesprochen, um auf Gefahren, aber auch insbesondere die finanziellen Spielräume aufmerksam zu machen.

Bibliotheks-Branding - Was macht die Stadtbücherei Heidelberg zur Marke

Frau Regine Wolf-Hauschild von der Stadtbibliothek Heidelberg stellte dar, dass seit langem  die Stadtbücherei Heidelberg in der obersten Liga der Großstadt-Bibliotheken spielt. Mehrmals vorgeschlagen zur Bibliothek des Jahres, erste Plätze seit Bestehen des Bibliotheksindex- BIX sind nur ein Zeugnis dafür.
Die Leiterin dieser erfolgreichen Institution gab Einblicke in die Werkstatt des Heidelberger Bibliotheksteams, das zur Zeit seine 100jährige erfolgreiche Geschichte aufarbeitet, jährlich von über 700 000 Menschen aufgesucht wird und immer wieder neue Wege auch in der Verwaltungsstruktur Heidelbergs auslotet und mit Partnern verwirklicht.

Programmarbeit von Bibliotheken

Außendarstellung und Programmarbeit von Bibliotheken

Herr Seefeldt von dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz verdeutlichte in seinem Vortrag, in welchem Maße die Professionalisierung der Außendarstellung zum Aufbau eines guten Images und die integrative Einbindung aller Maßnahmen einer vielfältigen Programmarbeit die tragenden Säulen eines Marketing-Konzepts der Bibliothek bilden müssen.

Frage-Stellungen waren: In welchen Bereichen die öffentlichen Meinung über Bibliotheken und Bibliothekare bedarf es einer Imageverbesserung? Was ist zu tun, damit die gewünschte nachhaltige Wirkung zur Steigerung der Außenwirkung bei Trägern, den Medien und allen weiteren Adressaten eintritt?
Vorgestellt wurde auch, dass hierzu ein inhaltlich aufeinander abgestimmtes, gestuftes System von zielgruppenorientierten Veranstaltungsreihen zu konzipieren ist.
Programmarbeit und Public Relations sind sinnvollerweise in dem kulturellen, pädagogischen und sozialen Netzwerk einer Stadt bzw. Region zu verankern.

Das Unmögliche schaffen...

Die Einrichtung einer modernen Bibliothek war bisher für die rheinland-pfälzische Gemeinde Böhl-Iggelheim undenkbar. Weder die finanziellen Mittel noch das Interesse der Entscheidungsträger waren vorhanden.
Trotzdem hat Michael König, Geschäftsführer der BOND GmbH & Co. KG sich das scheinbar unerreichbare Ziel gesetzt, die Einrichtung einer modernen Vorzeige-Bibliothek in seiner Heimatgemeinde zu erreichen.

Wie intensive Überzeugungsarbeit, kreative Ideen, Kontaktpflege, Beharrlichkeit und Ausdauer nun zum Erfolg führten gab Michael König in seinem spannenden Praxisbericht an die Teilnehmer weiter.

+++ Wichtiger Termin +++

 

Ihr nächster Bibliotheksleitertag

findet am 9. Oktober 2012

in der Dt. Nationalbibliothek, Frankfurt (Main) statt:

10.00 Uhr bis 17.00 Uhr, anschließend Get-Together.