5. Deutscher Bibliotheksleitertag 2009
Christine Brunner

Wie positioniert sich die Bibliothek
der Zukunft?

 

Christine Brunner
(Stellvertretende Bibliotheksdirektorin Stadtbücherei Stuttgart)

 

 

Die stellvertretende Bibliotheksdirektorin der Stadtbücherei Stuttgart Christine Brunner berichtete über die „Bibliothek 21“, die neue Zentralbibliothek, die im Sommer 2011 eröffnet wird. Das Konzept wurde 1997/98 entwickelt mit dem ambitionierten Ziel, die modernste Bibliothek in Europa zu werden. Was ist aus dem ambitionierten Ziel auf dem Weg von der Vision zur Realität geworden? Woran lässt sich heute eine moderne Bibliothek festmachen? Ist es die Bibliothek 2.0? Oder ist die Bibliothek der Zukunft auch die Bibliothek der Vergangenheit, eine Arche Noah des Wissens, wie es der koreanische Architekt der Stuttgarter Bibliothek formuliert?

Im Vortrag beschrieb Christine Brunner, am Beispiel der neuen Bibliothek, wie die Stadtbücherei Stuttgart die Bibliothek der Zukunft definiert. Der Neubau wird auch inhaltlich mit einer völlig neuen Philosophie umgesetzt. Als besonders wichtig hab sie hervor, dass die Bibliothek als Ort physisch existiert. Bereits heute genießt die Stadtbibliothek Stuttgart einen hohen Stellenwert in der Bevölkerung. Das soll in Zukunft in der Gestaltung der Räume noch weiter ausgebaut werden. Es werden Räume geschaffen, die Menschen verschiedener Kulturen und sozialer Hintergründe zusammenführen. Die neue Bibliothek wird beste Bedingungen schaffen für das Lesen und Entdecken, für das Hinterfragen und für das lebenslange Lernen.

Zahlreiche Lese- und Lernplätze, in denen die bibliothekseigenen Netbooks genutzt werden können, werden zum Lesen, Lernen und Arbeiten einladen. Gruppenräume werden als Treffpunkt für den Wissensaustausch zur Verfügung stehen. Die neue Stuttgarter Bibliothek wird mit verlängerten Öffnungszeiten (Montag bis Samstag von 9.00 Uhr bis 21.00 Uhr) und mit freundlichem Service von Menschen für Menschen für ein qualitativ hochwertiges Bildungs- und Kulturangebote stehen. Sie wird nicht nur Raum bieten, sondern Wissen, Entfaltung, Erkenntnis und Zuwendung. Christine Brunner machte deutlich, dass die Bibliothek gegenüber virtuellen Angeboten den Vorteil hat, dass sie real ist. Sie gab einen umfassenden Einblick in die Raumkonzepte und nahm dadurch die Zuhörer mit in die greifbare Zukunft. Eine Zukunft, mit echten Medien – neben den virtuellen Medien – und mit echten Räumen für das Lernen und das Leben.

 

Christine Brunner
(Stellvertretende Bibliotheksdirektorin der Stadtbücherei Stuttgart)

Ist seit 2001 in Stuttgart und Vorgesetzte aller 18 Stadtteilbüchereien mit rund 200 Mitarbeitern. Ihre Vision lautet: „Meine Mitarbeiter - befreit von Routinearbeiten - wenden sich ausschließlich den Wünschen und Bedürfnissen unserer Besucher zu. Diese genießen unser Haus das als erster kultureller Ort im neuen Stuttgarter Stadtgebiet entsteht. Und in 20 Jahren erreichen mich irgendwo vor den niederländischen Antillen die Grußworte unserer Nachfolger, die unseren Mut und die Weitsicht loben, mit der wir eine Bibliothek im Zentrum der neuen Stadt gebaut zu haben.“
Christine Brunner ist aktiv an der konzeptionellen und baulichen Planung beteiligt. Sie hat die Einführung von RFID in der ersten Großstadtbibliothek Deutschlands begleitet und ist Mitglied in der RFID-Expertengruppe. Im Moment läuft in Stuttgart gerade die Inbetriebnahme des ersten Bücherbusses mit RFID-Selbstverbuchung.

 

Weitere Informationen unter: www.stuttgart.de/stadtbuecherei

 
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