

Christoph Deeg
(Marketing-Manager und Leiter Projekt „Zukunftswerkstatt“)

Christoph Deeg, Gründungsmitglied der Zukunftswerkstatt, präsentierte ein Zukunftsszenario zur Zukunft der Bibliotheken und informierte über die Arbeit der Zukunftswerkstatt und ihre mögliche Bedeutung für die Bibliotheken. Die Vision der Zukunftswerkstatt ist, dass Bibliotheken eingebettet in interdisziplinäre Netzwerke neue Wege der Kultur- und Wissensvermittlung entwickeln und realisieren. Die drei Gründungsmitglieder der Zukunftswerkstatt Julia Bergmann, Jin Tan und Christoph Deeg suchen nach neuen Wegen der Kultur- und Wissensvermittlung. Dabei geht es im Wesentlichen um die Frage: was bedeuten Computergames, eBooks und das Web 2.0 für die Bibliothek der Zukunft? Die Zukunftswerkstatt möchte die Bibliotheken fit für diese Zukunft machen. Dabei geht es vor allem darum, die breite Masse der Bibliotheken und Bibliothekare zu erreichen. Getreu dem Motto "Handeln statt diskutieren" aktiviert, vernetzt und unterstützt das Non-Profit-Projekt Bibliotheken auf ihrem Weg zur Bibliothek der Zukunft.
Christoph Deeg zeigte Möglichkeiten für Bibliothekare, neue Wege kennenzulernen. Ein Ziel: Bibliothekare sollen das Web2.0, eBooks und die Welt der Computergames ausprobieren. Das erste Projekt der Zukunftswerkstatt war dein eigener Messestand auf dem Bibliothekartag 2009 in Erfurt: 35m² Spielwiese zum Ausprobieren, Diskutieren, Ideen entwickeln, Zuhören und Mitmachen.
Perspektiven vor dem Hintergrund knapper Haushaltsmittel sieht Christoph Deeg u.a. darin, dass die Bibliotheken für eine Stadt oder eine Gemeinde weniger als Kostenstelle, sondern vielmehr als Standortvorteil gesehen werden können indem moderne Bibliotheksangebote in der Zukunft zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor würden. In Teilbereichen könnten Bibliotheksangebote und -plattformen sogar kommerziell gestaltet werden, was zusätzliche Mittel für die Bibliotheken generieren würde.
Ob Bibliotheken in der Zukunft wirklich das Internet gestalten können bzw. werden, dazu nahm Christoph Deeg eindeutig Stellung: „Die Vielzahl an im Internet vorhandener Daten darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass Bibliotheken, Museen und Archive immer noch „schlafende Riesen“ darstellen. Dabei geht es dem Nutzer heute und in der Zukunft um eine der Kernkompetenzen von Bibliothekaren: Dem Erschließen, Zugänglichmachen und Vermitteln von Inhalten. Erst wenn Bibliotheken und Bibliothekare in der Masse das Internet aktiv gestalten, es kritisch hinterfragen und kundenorientiert weiterentwickeln, werden wir eine wirkliche Alternative zu Google haben.“
Was morgen „in“ ist und was nicht, dazu könne niemand eine seriöse Aussage machen: Das Internet verändere sich so schnell, dass heute vorhandene Angebote und Plattformen in 10 Jahren verschwunden oder unbedeutend sein können. Deshalb reiche es heute nicht mehr aus, vorhandene Technologien zu verstehen bzw. zu erlernen. Viel wichtiger sei es, die damit verbundene Kultur zu verstehen. Auch wenn sich die Technologien veränderten, die Kultur der Kooperation, des Austausches, des Probierens und Spielens bleibe bestehen. Dies müsste auch Auswirkungen auf die Aus- und Weiterbildung der Bibliothekare haben – und deshalb biete die Zukunftswerkstatt neben einer Vielzahl an Projekten auch Weiterbildungen zu den damit verbundenen Fragestellungen an. In den nächsten 8 Jahren möchte die Zukunftswerkstatt erreichen, dass alle Bibliothekare und Bibliothekarinnen in Deutschland das Web2.0, eBooks und Computergames intensiv ausprobiert haben bzw. es aktiv nutzen. Ebenfalls in den nächsten 8 Jahren soll erreicht werden, dass jede Bibliothek in Deutschland in diesen Bereichen ein eigenes Angebot entwickelt und realisiert hat.
Christoph Deeg
(Marketing-Manager und Leiter Projekt „Zukunftswerkstatt“)
Der studierte Jazzschlagzeuger arbeitete vor seinem Wechsel in die Welt der Bibliotheken, Archive und Museen u.a. für die Walt Disney Company und half dort beim Aufbau der Sparte "Computergames". Zusammen mit den Bibliothekaren Julia Bergmann und Jin Tan gründete er 2008 das Non-Profit-Projekt "Zukunftswerkstatt".
Weitere Informationen unter: www.zukunftswerkstatt.org